Subject: Sämische Gerbung
Hallo!
Die unter www.ledertechnologie.de begonnene Diskussion
zur sämischen Gerbung nun hier fortführend:
Hallo!
Einleitend möchte ich erwähnen, daß ich absoluter Laie bin und bisher nur theoretische Kenntnisse erlangt habe, durch ein Buch und hier im Internet.
1. Mein Ziel ist es unter häuslichen Bedingungen zu gerben.
2. Weiterhin sollte das hergestellte Leder wasserfest, also "echt" gegerbt sein, damit man es guten Gewissens auch vielleicht auf der eigenen Haut tragen kann.
Folgerung:
Chromgerbung scheidet aus, da ich keinen Sondermüll erzeugen will und eventuell durch Hautschweiß Chromverbindungen aus dem Leder gelöst werden können (stimmt das?).
Die vegetabile dauert mir schlichtweg zu lange, wäre vielleicht aber mal interessant, wenn ich den Prozess verstehe und lenken kann.
Gerben mit Kalium-Aluminium-Sulfaten ist ja doch nicht "echt", oder?
Deswegen meine Frage:
Im Lederpedia stand zur sämischen Gerbung, daß diese mit Dorschtran erfolgt. Irgendwo habe ich gelesen, daß Leinöl ebenfalls geeignet sei. Kann mir das jemand bestätigen? Gibt es Erfahrungen?
Oder kann mir sonst irgendjemand Tips geben?
Als Startobjekt habe ich gestern ein Rehfell von einem Jäger tiefgefroren erhalten.
MfG Martin
22.07.2009 @ 20:33
Hallo,
evtl. sollten wir diese Diskussion unter http://forum.lederpedia.de/
weiterführen, da sicher viele Menschen interessiert sein dürften.
Also unter häußlichen Bedingungen sollten Sie keine Chromgerbung durchführen. Das wäre auch nicht zulässig.
Chrom VI ensteht bei richtiger Herstellung des Leders unter Anwendung von altbekannten zentraleuropäischen ledertechnologischen Erkenntnissen auch unter Schweißeinwirkung nicht. Das setzt aber die Herstellung unter kontrollierten Bedingungen gemäß Stand der hier geltenden Technik voraus.
Leinöl kann auch verwendet werden führt aber wegen der höheren Jodzahl von 170 - 190 zur schnellen Ausreaktion und erzeugt andere Eigenschaften wie das geliebte goldgelbe Sämischleder welches mit Dorschlebertran (Jodzahl 120 - 160) gegerbt wurde. Das ist leider nicht vergleichbar.
Aber Leinöl und Aluminiumsulfat gab es auch schon früher in dieser Reihenfolge und Kombination für technische Leder.
Gruß
S. Banaszak
Hallo!
Welche Eigenschaften hat dann ein mit Leinöl gegerbtes Leder?
Wird durch die höhere Jodzahl lediglich die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht?
Könnte man das durch Mischen mit anderen Ölen, z.B. Rapsöl verhindern?
Ich denke dabei an stufenweises Erhöhen der Leinölkonzentration.
Wieso wird bei der o.a. Methode zuerst mit Leinöl und dann mit Aluminiumsulfat gegerbt?
Was wäre, wenn umgekehrt?
Zur Räuchergerbung:
Wie ich jetzt weiß, ist die Räuchergerbung nichts anderes als eine Formaldehydgerbung.
Bringt man den nicht gebundenen Stoff wieder aus dem Leder?
Wie wird die Räucherung am einfachsten durchgeführt? NB: Kenne nur die Methode
aus dem Buch: Gerben von Ottiger/Reeb.
Dann noch eine Frage, die sicher alle Heimgerber interessieren wird:
Woher bekomme ich die benötigten Chemikalien zu vernünftigen Preisen?
Sprich z.B. Kalium-Aluminium-Sulfat, Aluminiumsulfat, auch Leinöl oder Dorschtran, Borax etc.
Nochwas zum Entfleischen:
Wie genau soll der Scherdegen (oder scharfes Messer) auf der Haut aufgesetzt werden?
Wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe erfolgt die Messerbewegung wie die eines
Holzhobels, oder?
Viele Fragen eines Anfängers.
Nun, ich möchte meine erste Haut nicht gleich wegen eines Fehlers in die Tonne treten müssen,
wenn ich ihn hier hätte ausmerzen können.
MfG Martin
Die unter www.ledertechnologie.de begonnene Diskussion
zur sämischen Gerbung nun hier fortführend:
Hallo!
Einleitend möchte ich erwähnen, daß ich absoluter Laie bin und bisher nur theoretische Kenntnisse erlangt habe, durch ein Buch und hier im Internet.
1. Mein Ziel ist es unter häuslichen Bedingungen zu gerben.
2. Weiterhin sollte das hergestellte Leder wasserfest, also "echt" gegerbt sein, damit man es guten Gewissens auch vielleicht auf der eigenen Haut tragen kann.
Folgerung:
Chromgerbung scheidet aus, da ich keinen Sondermüll erzeugen will und eventuell durch Hautschweiß Chromverbindungen aus dem Leder gelöst werden können (stimmt das?).
Die vegetabile dauert mir schlichtweg zu lange, wäre vielleicht aber mal interessant, wenn ich den Prozess verstehe und lenken kann.
Gerben mit Kalium-Aluminium-Sulfaten ist ja doch nicht "echt", oder?
Deswegen meine Frage:
Im Lederpedia stand zur sämischen Gerbung, daß diese mit Dorschtran erfolgt. Irgendwo habe ich gelesen, daß Leinöl ebenfalls geeignet sei. Kann mir das jemand bestätigen? Gibt es Erfahrungen?
Oder kann mir sonst irgendjemand Tips geben?
Als Startobjekt habe ich gestern ein Rehfell von einem Jäger tiefgefroren erhalten.
MfG Martin
22.07.2009 @ 20:33
Hallo,
evtl. sollten wir diese Diskussion unter http://forum.lederpedia.de/
weiterführen, da sicher viele Menschen interessiert sein dürften.
Also unter häußlichen Bedingungen sollten Sie keine Chromgerbung durchführen. Das wäre auch nicht zulässig.
Chrom VI ensteht bei richtiger Herstellung des Leders unter Anwendung von altbekannten zentraleuropäischen ledertechnologischen Erkenntnissen auch unter Schweißeinwirkung nicht. Das setzt aber die Herstellung unter kontrollierten Bedingungen gemäß Stand der hier geltenden Technik voraus.
Leinöl kann auch verwendet werden führt aber wegen der höheren Jodzahl von 170 - 190 zur schnellen Ausreaktion und erzeugt andere Eigenschaften wie das geliebte goldgelbe Sämischleder welches mit Dorschlebertran (Jodzahl 120 - 160) gegerbt wurde. Das ist leider nicht vergleichbar.
Aber Leinöl und Aluminiumsulfat gab es auch schon früher in dieser Reihenfolge und Kombination für technische Leder.
Gruß
S. Banaszak
Hallo!
Welche Eigenschaften hat dann ein mit Leinöl gegerbtes Leder?
Wird durch die höhere Jodzahl lediglich die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht?
Könnte man das durch Mischen mit anderen Ölen, z.B. Rapsöl verhindern?
Ich denke dabei an stufenweises Erhöhen der Leinölkonzentration.
Wieso wird bei der o.a. Methode zuerst mit Leinöl und dann mit Aluminiumsulfat gegerbt?
Was wäre, wenn umgekehrt?
Zur Räuchergerbung:
Wie ich jetzt weiß, ist die Räuchergerbung nichts anderes als eine Formaldehydgerbung.
Bringt man den nicht gebundenen Stoff wieder aus dem Leder?
Wie wird die Räucherung am einfachsten durchgeführt? NB: Kenne nur die Methode
aus dem Buch: Gerben von Ottiger/Reeb.
Dann noch eine Frage, die sicher alle Heimgerber interessieren wird:
Woher bekomme ich die benötigten Chemikalien zu vernünftigen Preisen?
Sprich z.B. Kalium-Aluminium-Sulfat, Aluminiumsulfat, auch Leinöl oder Dorschtran, Borax etc.
Nochwas zum Entfleischen:
Wie genau soll der Scherdegen (oder scharfes Messer) auf der Haut aufgesetzt werden?
Wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe erfolgt die Messerbewegung wie die eines
Holzhobels, oder?
Viele Fragen eines Anfängers.
Nun, ich möchte meine erste Haut nicht gleich wegen eines Fehlers in die Tonne treten müssen,
wenn ich ihn hier hätte ausmerzen können.
MfG Martin
Martin_K
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